Manchmal begegnet man einem Menschen, bevor man ihn überhaupt wirklich sieht.
Bei mir war es im Rauch.
Eine Halle, dicht gefüllt mit künstlichem Rauch. Kaum Licht. Kaum Orientierung. Nur Silhouetten, Stimmen und Atemzüge. Irgendwo zwischen all dem war er.
Damals war da nicht mehr als ein kurzer Moment. Ein Umriss. Ein Blick. Ein Name auf einem Helm.
Ich wusste noch nichts über ihn. Nicht, wie er lacht. Nicht, was ihn beschäftigt. Nicht, was sich hinter dieser Silhouette verbirgt.
Aber manchmal reicht genau das.
Was danach kam, war das langsame Verschwinden des Rauchs. Aus einem Umriss wurde ein Gesicht. Aus einem ersten Eindruck wurde Nähe. Und aus einem Menschen, den man eigentlich nur flüchtig gesehen hatte, wurde jemand, der plötzlich viel mehr bedeutete.
„Im Rauch der Flammen“ erzählt von diesem Anfang. Von einer Begegnung, die eigentlich unscheinbar hätte bleiben können. Von dem Moment, in dem man beginnt, einen Menschen wirklich zu sehen. Und davon, dass man manchmal erst herausfinden muss, was hinter dem Rauch liegt, bevor man versteht, was man eigentlich vor sich hat.
Und vielleicht ist genau das die schönste Art, jemanden kennenzulernen:
Nicht alles sofort zu sehen.
Sondern zu bleiben, bis sich der Rauch legt.



